Finale der Deutschen Jugendmannschaftsmeisterschaften (DJMM) 2001:
Spannender Zweikampf zwischen der LGO Dortmund und dem TSV Bayer 04 Leverkusen
um den Titel bei der weiblichen Jugend

08./09.09.2001 - Spannend bis zum Schluss war die Entscheidung um den Titel „Deutscher Jugendmannschaftsmeister 2001“ bei der weiblichen Jugend. Bis zum Zieleinlauf der 4x100m Staffel lieferten sich die Mädels der LG Olympia Dortmund und des TSV Bayer 04 Leverkusen ein Kopf-an-Kopf-Duell.
Doch der Reihe nach: Acht Mannschaften hatten sich für das Finale der Deutschen Jugendmannschaftsmeisterschaften (DJMM) bei der weiblichen Jugend am 8./9. September in Celle qualifiziert. Mit der besten Vorleistung waren die jungen Damen (Alter 16 - 19 Jahre) der LGO Dortmund (11.683 Punkte) angereist, gefolgt von der Truppe um Manfred Fink (11.666 Punkte). Auch die Mannschaften vom SC Potsdam und der LG Nike Berlin lagen nur knapp dahinter, so dass man ursprünglich eigentlich von einem Vierkampf ausgehen musste. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. In den Kampf um den Titel konnten nur die Dortmunderinnen und die Leverkusenerinnen eingreifen, Potsdam und Nike Berlin kämpften um die Ränge 3 und 4, die LG Nord Berlin und die TK zu Hannover um die Plätze 5 und 6, und der USC Mainz landete ziemlich abgeschlagen auf dem letzten Rang.
Die äußeren Bedingungen waren mehr als widrig: Wind, dem nicht mal die Regenschirme der Betreuer stand hielten und der die Hochsprunganlage einmal sogar durch die Luft fliegen ließ, empfindliche Kühle sowie Regen waren ständige Begleiterscheinungen an diesem Wochenende, die sich natürlich leistungsmindernd auswirkten. Als erste bekamen die 100 m-Sprinterinnen dies zu spüren. Sie hatten Gegenwind zwischen 2 und 3 m/s.
Hier konnten die Dortmunderinnen zunächst erwartungsgemäß mehr Punkte einfahren mit Nachwuchsstar Katchi Habel, die bei 2,6 m/s Gegenwind 12,06 sec über 100 m lief. Doch die Leverkusener Sprinthoffnungen Christa Kaufmann (12,29/-2,6m/s) und Wiebke Bogdan (12,86/-1,9m/s) sorgten dafür, dass der Vorsprung mit 34 Punkten nicht allzu groß ausfiel.
Der anschließende Weitsprung hingegen stand ganz im Zeichen der Leverkusener Mehrkampfcracks Maren Freisen und Jennifer Oeser, die mit Weiten von 6,13 m und 5,92 m die Leverkusener mit 79 Punkten in Vorlage brachten. Eine gute Leistung lieferte auch noch die dritte Leverkusener Weitspringerin, Floé Kühnert, mit 5,50 m ab.
Die beiden nächsten Disziplinen, das Kugelstoßen und das Diskuswerfen gehören momentan nicht zu den Leverkusener Stärken, so dass man hier - vor allem im Diskuswerfen - viele Punkte verlor und Dortmund auf den fast uneinholbaren Vorsprung von 263 Punkten davonzog. Etwas Boden machten die 800m-Läuferinnen Saskia Jansen (2:14,47 min) und Nina Rosinski (2:21,23min) am Ende des ersten Tages noch gut. Der Vorsprung für die Dortmunderinnen betrug dennoch immer noch satte 245 Punkte.
Doch schließlich geht eine DJMM über zwei Tage und der zweite Tag sollte zum stärkeren Tag der Leverkusenerinnen werden. Es begann mit den 100 m Hürden, wo wiederum Freisen und Oeser ihre Stärke ausspielen konnten und mit Zeiten von 14,37 sec/-2,7m/s und 15,00 sec/-1,2 m/s den Dortmunder Vorsprung schon mal auf 68 Punkte schmelzen ließen.
Nach dem anschließenden Hochsprung, bei dem erneut Oeser (1,72 m) und Freisen (1,60m) punkteten, gab es praktisch Punktegleichstand (Dortmund 8038 Punkte - Leverkusen 8039 Punkte). Da man damit rechnen musste, dass die Dortmunderinnen die stärkere Staffel hatten, mussten die Speerwerferinnen und die 3000 m-Läuferinnen dringend einen Vorsprung herausholen, wollte man am Ende die Nase vorn haben.
Den Speerwerferinnen gelang dies ganz gut. Maren Freisen zum vierten mit 42,54m und Natascha Rother mit 36,10m (auch hier verhinderten heftige Gegenwindböen insgesamt bessere Leistungen) erarbeiteten der Mannschaft einen 77 Punkte-Vorsprung, der allerdings nach den 3000 m, die Saskia Jansen in sehr guten 10:34,27 min und Nina Rosinski in 11:18,28 min absolvierten, bedenklich auf 30 Punkte zusammenschmolz. Das bedeutete im Klartext, man durfte nicht mehr als vier Zehntel auf die Dortmunder Staffel verlieren. Bis zur dritten Übergabe sah es auch ganz danach aus, als ob dies gelingen könnte. Die ersten drei Leverkusener Läuferinnen Kunz, Kaufmann, Oeser hatten mit 5 - 6 Metern Vorsprung an Schlussläuferin Wiebke Bogdan übergeben. Doch Dortmund hatte sein Trumpf-As, Katchi Habel, an den Schluss gesetzt und die holte jetzt Meter um Meter auf und schaffte es sogar, Wiebke Bogdan noch zu überholen - allerdings nur um 7 Hundertstel!
Der Jubel bei der Leverkusener Mädchen kannte kein Ende, als feststand, dass sie den Titel mit 27 Punkten Vorsprung geholt hatten.
Die Mannschaftsergebnisse:
1.    TSV Bayer 04 Leverkusen    11663 Punkte
2.    LG Olympia Dortmund    11636 Punkte
3.    SC Potsdam    11182 Punkte
4.    LG Nike Berlin    11115 Punkte
5.    LG Nord Berlin    10207 Punkte
6.    Turnklub zu Hannover    10092 Punkte
7.    USC Mainz     9312 Punkte
Von Leverkusen in die Wertung kamen:

100 Meter: Christa Kaufmann 12,29 Sekunden, Wiebke Bogdan 12,86;
Weitsprung: Maren Freisen 6,13 Meter, Jennifer Oeser 5,92;
Kugelstoßen: Inga Renker 11,06 Meter, Katrin Gewinner 10,79;
Diskuswerfen: Kathrin Golbar 28,49 Meter, Daniela Klein 28,35 (pB);
800 Meter: Saskia Janssen 2:14,47 Minuten, Nina Rosinski 2:21,23;
100 Meter Hürden: Maren Freisen 14,37 Sekunden, Jennifer Oeser 15,00;
Hochsprung: Jennifer Oeser 1,72 Meter, Maren Freisen 1,60;
3.000 Meter: Saskia Janssen 10:34,27 Minuten, Nina Rosinski 11:18,28;
Speerwerfen: Maren Freisen 42,54 Meter, Natascha Rother 36,10;
4x100 Meter: (Nina Kunz - C. Kaufmann - J. Oeser - W. Bogdan) 47,59 Sekunden.
Außerdem gehörten zur Mannschaft:
Anna Kraft, Cathy Töws, Claudia Wilkens, Sandra Ressel, Sonja ter Borg, Wiebke Halbach, Vanessa Weise, Rebecca Lehnert, Claudia Lütsch, Sarah Quast, Frauke de Haan, Svenja Hackenbroich

alle Ergebnisse

zurück nach oben